Ein Blick in die Kulturgeschichte von Roggen, Gerste und Weizen

Einblicke in meine Doktorarbeit

Worum es geht

Der anatomisch moderne Mensch, als eine noch sehr junge Art, folgte in seinen Anfängen den Wegen seiner Vorfahren und lebte als jagender und sammelnder Nomade von dem, was ihm seine Umwelt zur Verfügung stellte. Vor mehr als zehntausend Jahren aber ließen sich die ersten Menschen nieder, begannen Tiere und Pflanzen zu domestizieren, Häuser und Siedlungen zu errichten und Keramiken herzustellen.

Die ältesten Hinweise dieser „Neolithischen Transition“ stammen aus dem Südwesten Asiens, aus einem Bereich, der als „Fruchtbarer Halbmond“ bekannt ist. Unter den ersten Kulturpflanzen finden sich bereits die beiden Weizenarten Emmer und Einkorn, sowie Gerste. Roggen, dem wir ebenfalls in den ältesten, neolithischen Fundstätten begegnen, scheint zunächst noch Unkraut zu sein, bis er in der europäischen Bronzezeit gezielt in Kultur angebaut wird. 

Domestikation?

Spätestens mit der Eröffnung von Charles Darwins Hauptwerk „The origin of species“ aus dem Jahre 1859 mit einem Kapitel zu seinen Beobachtungen der transformierenden Kraft artifizieller Selektion im Rahmen der Domestikation von Pflanzen und Tieren durch den Menschen („variation under domestication and under nature“), gelangten der Domestikationsprozess als solcher und die damit einhergehenden Phänomene zu größerer Popularität und rückten zunehmend in das Interesse wissenschaftlicher Forschung.

Der neolithische Wandel markiert das Ende des Paläolithikums, der Altsteinzeit, und den Beginn der Jungsteinzeit, eben des Neolithikums, weshalb dieser Prozess als Neolithisierung bezeichnet wird. Unabhängig und beinahe zeitgleich kam es auf verschiedenen Kontinenten zur Neolithisierung und der damit verbundenen Domestikation verschiedenster Tiere und Pflanzen. 

So finden sich neben archäologischen Funden aus dem Bereich der Levante, welche den Übergang zur neolithischen Lebensweise beschreiben, auch in China sowie in Zentral- und Südamerika Hinweise auf sogenannte neolithische Kernzentren. Im Laufe des Neolithikums kommt es zu einer weiteren maßgeblichen Errungenschaft, der Keramik, welche in der Levante eine weitere Unterteilung zulässt, die des präkeramischen (engl. pre-pottery neolithic, PPN) und des keramischen Neolithikums (engl. pottery neolithic, PN). 

Die vorkeramische Zeit wird anhand der Intensität der Viehwirtschaft, genutzter Agrartechniken und des Werkzeuggebrauchs zusätzlich in PPNA, mit den ersten Anzeichen der Sesshaftwerdung und PPNB, dem Übergang zu ausgefeilteren Techniken und Werkzeugen, unterteilt. Mit dem Erscheinen erster Keramiken entsteht eines der Hauptmerkmale des sich ausbreitenden Neolithikums, deren Form und Gestalt zur Charakterisierung verschiedener neolithischer Kulturen herangezogen wird. Das Ende des Neolithikums beginnt mit der ersten Verarbeitung von Kupfer und wird in dessen Weiterentwicklung von der Bronzezeit abgelöst.

Die ersten domestizierten Tiere und Pflanzen, welche sich gemeinsam mit den Menschen über Europa verbreiteten, werden im sogenannten neolithischen Paket zusammengefasst.

Besenkunst under Construction

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error: Sorry, aber wenn du Interesse an meinen Bildern hast, dann schreib mir doch bitte.